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Dettinger Heimatfest am 19.-21. August 2022

Artikel vom 28.07.2022

Grußwort zu unserem Dettinger Heimatfest im Jahr 2022
                                                                                    
Sehr geehrte Dettinger, sehr geehrte ehemalige Dettinger und Festgäste!

Von Freitag 19. bis Sonntag 21. August 2022 feiern wir Dettinger mit früheren Dettingern und mit unseren Gästen wieder wie früher vor den Coronavirus-Beschränkungen in den Jahren 2020 und 2021 unser Kirchenpatrozinium Mariä Himmelfahrt verbunden mit unserem Dettinger Heimatfest. Zum Ursprung und zur Bedeutung dieses Festes siehe bitte den folgenden Artikel unseres Dorfmuseums.

„Heimat“ – das war noch bis vor einigen Jahren nicht mehr zeitgemäß. Jungen Menschen legt man ja heutzutage nahe, sowohl bei ihrer Berufs- als auch bei ihrer Ortswahl flexibel zu sein. Ein Wohnortwechsel soll für sie kein Problem sein.
Vieles, was Menschen in früheren Jahren das Gefühl der Geborgenheit vermittelt hat: verbindliche Werte, die Wohnortzugehörigkeit, lebenslange Beziehungen, die Verbundenheit mit einer Firma, einem Verein u. a. wurde als nicht mehr wichtig vorgegeben. Der Frankfurter Psychoanalytiker Robert Schurz hat in einem Essay diagnostiziert: „Eine wesentliche Gefährdung der menschlichen Psyche liegt im Verlust der Geborgenheit. Geborgenheit entsteht durch Bekanntheit, Gewöhnung, Vertrauen und beständige Interaktion. Heutzutage ist unsere Zivilisation aber geprägt durch einen beständigen Wechsel der Lebensumstände, was verharmlosend als Flexibilität und Mobilität ausgegeben wird“.
Durch die Coronavirus-Pandemie, durch den Krieg in der Ukraine, durch die Besorgnisse um die Energieversorgung, durch die Unterbrechung von globalen Lieferketten mit ihren vielfältigen Auswirkungen auf die Wirtschaftslage und auf das persönliche Leben hat das Regionale, das Lokale und das als selbstverständlich gering Erachtete wieder an Wertschätzung gewonnen.
Das Bedürfnis, daheim zu sein, hat jeder Mensch. Es ist nicht nur der Ort, an dem man wohnt. Es ist auch die Sprache, der Dialekt, der gesprochen wird. Es sind auch Beziehungen zur Landschaft, zu Sachen und zu Menschen und zur Gemeinschaft, zu der man sich zugehörig fühlt.
Wohl schon viele Menschen haben das wohlige Empfinden verspürt, nach einer auch noch so eindrucksvollen, schönen und erholsamen Reise oder nach einem längeren ausbildungs-, berufs- oder krankheitsbedingten auswärtigen Aufenthalt wieder in vertrauter Umgebung zu sein. Da, wo liebe Familienangehörige und Verwandte, hilfsbereite Nachbarn sowie sympathische Freunde und Bekannte leben. Da, wo man seit Kindheitszeiten bzw. seit vielen Jahren die Landschaft, die Häuser mit ihren Bewohnern und die öffentlichen Einrichtungen kennt. Da, wo man schon viele erfreuliche Tage und gute Jahre erleben durfte. Dieses Empfinden ist es nach meiner Auffassung, was auch heutzutage noch den Zauber, den Reiz und den Charme von heimatlicher Geborgenheit ausmacht. Gerade in unserer hektischen, digitalisierten und globalisierten Zeit ist dies psychologisch wohltuend und nützlich.

Mit umfangreichen Baumaßnahmen und Ausgaben von mehreren Millionen € haben wir Dettinger in den Jahren von 2010 bis 2017 den Kernbereich unseres Heimatdorfes ganz erheblich funktionell verbessert, zukunftsfähig hergerichtet und unser Dorfbild gefälliger gestaltet. Unsere Gemeinde wird dafür immer wieder gelobt und als Vorbild empfohlen. Durch die umfangreichen Baumaßnahmen ist unser Heimatdorf besonders für unsere jüngeren Menschen attraktiver geworden. Auch durch unsere sehr aktiven und geschätzten Vereine.
In den letzten 10 Jahren konnten wir deshalb mehr als 100 preisgünstige gemeindliche Bauplätze an ortsansässige und früher bei uns wohnende jüngere Bauwillige zum Bau ihres Wohnhauses in unserem Heimatdorf zur Verfügung stellen. Zur Freude von ihnen, ihren Eltern, Geschwistern, Freunden, Vereinskolleginnen und –kollegen und von unserer Dorfgemeinschaft. Seit dem Jahr 2015 haben wir beständig jedes Jahr über 30 Geburten für Familien in unserer Gemeinde. Im Zeitraum 2015 – 2021 waren es weit überdurchschnittliche 246 Geburten.
Dies ist für eine weitere gute Entwicklung unserer Gemeinde sehr wichtig. Allen, die dazu einen Beitrag geleistet haben sei dafür gerne auch an dieser Stelle ein Dank gewidmet.
Bis vor einigen Jahren haben Jüngere lieber ihren regionalen Dialekt verleugnet und wurde Trachtenkleidung belächelt. In jüngerer Zeit sprechen viele Jüngere wieder selbstbewusst und gern in ihrem Dialekt. Bei „Events“ wie z. B. der sog. Summer End Party am Freitagabend im Heimatfest-Festzelt bei uns tragen viele gern eine Trachtenkleidung. Dies vermittelt ihnen wieder ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Heimatgefühl.
Gerade in unserer schnelllebigen und unsicheren Zeit erkennen immer mehr auch jüngere Menschen wie wichtig ein Heimatempfinden ist. Auch wenn jeder wohl für sich Heimat etwas anders definiert, ist zu sehen und zu hören, dass Heimatliches und Regionales wieder geschätzt wird. Das verdeutlichen auch die vielen Heimatkrimis und die regionalen Musikbands. Unser Dettinger Advents- und Osterkonzert, unser Dettinger Sommermusikabend, unsere Dettinger Kulturnacht „Mitten im Glück“ und das Herbstkabarett veranstaltet von unserer Feuerwehr sind auch solche Beispiele dafür.
Dass heimatliche Geborgenheit wichtig ist, dass wissen wir Dettinger schon seit Jahren. Wir setzen uns auch dafür ein. Herausragende Belege dafür sind: unsere alljährlich liebevolle Pflege von gutem oberschwäbischem Brauchtum, unser Dettinger Heimatfest (Festbetrieb durch unseren Musikverein seit Anfang der 1970er Jahre), unser Dettinger Mundartbüchle „Eisr Schwäbisch-hoimalig ond z’schad zom Vrgeassa (1. Auflage 1988, 6. Auflage 2017), unser 2-stündiger Dettinger Heimatfilm (gedreht 1986 und 1987), unser Dettinger Dorfmuseum (seit 1976, seit 1994 stilgerecht untergebracht in einem früheren landwirtschaftlichen Anwesen), unsere sehr aktiven und attraktiven Dettinger Vereine mit ihren vielen Mitgliedern und Freunden, unsere gute ‚hoimelige‘ Dettinger Dorfgemeinschaft.

Alle ehemaligen Dettinger heiße ich in ihrer früheren Heimat herzlich willkommen und grüße alle zu uns nach Dettingen kommenden Verwandten und Festgäste.
Unserem Musikverein für seine Organisation des 3-tägigen Festzeltbetriebes, für sein Tagwache-Spielen durch unser Dorf am Festsonntagmorgen, seine musikalischen Beiträge durch die Musikkapelle, dem Männerchor und der Nachwuchskapelle im Festzelt sowie dem Mittagessen- und Kuchenbewirtungsteam, unserem Gartenverein für seine Kräutersträuße zum Weihen und zum Segen in den Wohnhäusern, dem liturgischen Team, den vielen Ministranten und unserem Kirchenchor beim Festgottesdienst, allen Festhelfern, den Mitarbeitern unseres Dorfmuseums, den eingesetzten Helfern von unserer Feuerwehr und allen Festbesuchern danke ich für ihren Beitrag zur guten Aufrechterhaltung der Tradition unseres Heimatfestes mit seinen damit verbundenen Veranstaltungen. Alljährlich bietet dies die Möglichkeit zum geselligen Miteinander, zum Wiedersehen und zum Auffrischen von Erinnerungen.
Im Namen der Gemeinde und persönlich wünsche ich unserem Heimatfest ein gutes Gelingen und allen Festbesuchern erfreuliche und gemütliche Stunden im Kreise ihrer Verwandten, ihrer Freunde und von sympathischen Menschen. Mögen die geselligen Stunden unseres Heimatfestes erneut in wohltuender Weise die Wertschätzung für unsere Heimat und unsere Verbundenheit zu unserer Heimat und ihren Menschen stärken.
In diesem Sinne herzliche Grüße
 
Alois Ruf
Bürgermeister

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